Mittwoch, 28. September 2016

416

416 

Diese Zahl las ich kürzlich bei einem Freund.

416 Abtreibungen.

In Deutschland.

In einem Jahr?

Nein.

An einem Tag.

Das konnte ich nicht glauben. "Angeblich", setzte ich vor die Zahl. War es nicht vielleicht doch eine aus der Luft gegriffene Zahl? Also habe ich recherchiert. Und stieß auf diesen Bericht des Statistischen Bundesamtes:

klick

Im 2. Quartal 2016 wurden 25.000 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet. Ein Quartal hat drei Monate, ein Monat 20 Werktage, so kommen wir tatsächlich auf

416 Abtreibungen an einem Werktag in Deutschland.

Tendenz steigend, in einem der reichsten Länder der Welt.

399 dieser 416 Kinder wurden nach der Beratungsregelung getötet.

258 dieser 416 Kinder wurden mit der Absaugmethode getötet, also in Stücke gerissen.

87 dieser 416 Kinder wurden durch Mifegyne getötet, sind also verhungert und verdurstet.

Auf einer Website, deren Name den Untertitel "Wir lieben Familie" trägt, tauschen sich Frauen im Chat über die diversen Abtreibungsmethoden aus. Manche schildern ihre Erfahrungen, andere, welche den Mord noch vor sich haben, stellen Fragen. Ganz sachlich. Alles easy. Bedenken? Bedauern? Zweifel? Nein.

Auf der Website des "Familienplanungszentrums" (Selbstironie?) in Hamburg werden sachlich die verschiedenen Methoden zur Tötung des ungeborenen Kindes geschildert. Zu den psychischen Folgen für die Frau heißt es dort "Die psychische Belastung durch Schwangerschaftsabbrüche wird meist überschätzt." In der speziell für Jugendliche eingerichtete Ecke werden Fragen geklärt wie "Was muss man machen, wenn man einen Schwangerschaftsabbruch möchte?"

In einem Chat einer anderen Website berichtet ein "Lebensabschnittspartner" vom Tag der Abtreibung:
"Am Morgen der Operation, also heute, bekam sie eine Spritze in den Arm, damit sich der Kreislauf stabilisiert. Danach konnte sie sich umziehen und bekam so ein Hemdchen. Sie wurde in den OP geführt. Sie bekam ein paar Spritzen unten rein. Mit Metallstiften wurde der Zugang gedehnt, danach mit einem Plastikrohr der Fötus ausgesaugt und entfernt. Nach der Operation musste sie in einem Ruheraum noch eine Stunde liegen, bevor sie nach Hause gefahren werden konnte. Sie bekam noch einen ganzen Mix aus Medikamenten mit, einmal die normale Antibabypille, damit sie schnell wieder geschützt ist und die Regel sich stabilisiert, Antibiotika zur Prophylaxe, Schmerzmittel und Medikamente zum Abstillen, weil sich sonst Milch bilden könnte. Die Operation war sehr schnell, sie war 10 Minuten im OP, nicht mehr. Aber es nimmt den Körper mit, sie liegt jetzt nur noch rum und erholt sich."
Na, dann ist doch alles gut. Das störende Kind, eins von 416 am heutigen Tag, ist tot, und seine Partnerin ist auch gleich mit der Antibabypille versorgt worden. Dann soll sie mal langsam mit dem "Rumliegen" und dem "Erholen" aufhören und wieder zur Verfügung stehen.

Letztens, beim "Marsch für das Leben" in Berlin, wurde eine junge Frau fotografiert, die den Demonstraten ein selbstgemaltes Pappschild entgegenhielt:
"Für jedes Kind, das ihr bekommt, treiben wir eins ab."
Unsere Gesellschaft ist krank. Der Beweis ist eine Zahl:

416

Kommentare:

  1. Selbst wenn man, wie ich, die Jahresbilanz einfach durch 365 teilt und außer Acht lässt, daß am Wochenende eher nicht abgetrieben wird, kommt man auf 270. Auch nicht wirklich beruhigend.

    AntwortenLöschen
  2. Wenn die Gesellschaft Gott vergessen hat, danach von Gott nichts mehr wissen will, tut sie das Gottlose. Wenn wir nicht mehr leben was wir glauben, dann glauben wir das was wir leben. Ich würde weite Bereiche unserer Gesellschaft nicht als krank bezeichnen, sondern als tot.

    AntwortenLöschen
  3. Antworten
    1. "Dabei sind die Zahlen seit 2001 kontinuierlich gesunken, von 134.964 Abtreibungen jährlich auf nur noch 99.237 im Jahre 2015. Das sind rund 25% weniger, "
      Bitte den verlinkten Beitrag des Stat. Bundesamtes lesen: Die Tendenz ist wieder steigend!

      Löschen
  4. Dank der Möglichkeit abzutreiben, können Weiblein und Männlein das Sexleben so richtig unbeschwert genießen, die Lust mindernde Angst vor einem ungewollt gezeugten Kind fällt weg. Die beiden heutzutage angewandten Abtreibungsmethoden -chemisch oder mechanisch durch Absaugung - sind für die Frauen sehr gut verträglich, während der Embryo sicher, schnell und schmerzlos getötet und entfernt wird. Schade nur, dass man nach dem Eingriff 2-3 Wochen keinen Sex haben darf, bzw. sollte.

    AntwortenLöschen
  5. Danke für diesen konstruktiven Beitrag zum Thema, Herr/Frau Troll. Ihr offensichtliches Ziel, empörte Gegenrede auszulösen, muss ich Ihnen jedoch verweigern. Schwachfug überlasse ich der Selbstentblößung.

    AntwortenLöschen
  6. Liebe Heike, eigentlich hat der/die anonyme Kommentarschreiber/in schon recht, eine Verhütungspanne sollte nicht zwingend zur Geburt eines ungewollten Kindes führen müssen.

    AntwortenLöschen