Ein paar Gedanken über meine Mitmenschen, ausgelöst von den öffentlichen (Online-) Reaktionen zur erneuten Verhaftung Meriam Ishags im Sudan.
Ich hatte ja heute hier über die schlechten Nachrichten aus dem Sudan geschrieben. Montags ihre Freilassung, doch Dienstag, weniger als 24 Stunden später, die ersten Kurzmeldungen, Meriam und ihre Familie seien am Flughafen verhaftet worden. Nachrichten und Weblinks wurden (auch von mir) online gestellt.
Klar, der Großteil der Reaktionen spiegelte meine eigenen Gefühle: Entsetzen, Hilflosigkeit, Wut, Enttäuschung, und anfangs auch Ungläubigkeit (= Vielleicht ist es ja doch nur eine 'Ente'?).
Aber es gab auch andere.
Da waren jene, die 'es' vorher gewusst hatten. Die Abgeklärten, die mir mit Bemerkungen wie "war zu erwarten" und "das war klar" und "hab ich vorausgesehen" meine ganze naive Gutgläubigkeit um die Ohren hauten. Während wir anderen uns seit dem Vortag über die Entlassung Meriams aus der Todeszelle gefreut hatten, hatten diese Leute genau gewusst, dass man sie am nächsten Tag wieder ins Gefängnis werfen würde, und ihre Familie gleich mit. Da schwingt die Anklage mit: "meine Güte, was seid ihr weltfremd!"
Ich fühle mich von so viel Abgeklärtheit überrumpelt. Ist die echt? Oder wollen diese Leute nur nicht zugeben, dass sie sich ebenso hilflos und enttäuscht fühlen wie ich? Und wenn sie echt ist: Ist sie beneidens- oder bedauernswert?
Und da waren die anderen, die sogleich genau die Fehler benennen konnten, die Meriam, ihre Familie, ihre Anwälte im Sudan begangen hatten:
Warum waren sie nicht sogleich in die US-Botschaft geflohen? (Dies, obwohl niemand wusste, WO sich die Familie nach Meriams Entlassung aufgehalten hatte - es war nur von einem "sicheren Haus" die Rede, was durchaus auch die US-Botschaft hätte sein können.)
Warum hatte sie versucht, das Land zu verlassen? Sie hätte doch wissen müssen...
Ihre Anwälte hätten sicherstellen müssen, dass sie korrekte Papiere hatte...
Warum hat sie nicht... warum hat sie... hätte sie doch... Fast schon ist es mystisch, welche Einblicke Menschen auf der anderen Seite der Erdkugel hatten, die Meriam selbst (ebenso wie ihrer Familie und den Anwälten) völlig verborgen waren.
Oh ja, natürlich, nicht zu vergessen: Das Hammerargument. Der Totschläger schlechthin. Das ließ auch nicht lange auf sich warten:
Alle Religion ist schlecht, und erst mit ihrer generellen und vollständigen Abschaffung wird der Mensch frei und glücklich.
Ja, nee, schon klar.
Donnerstag, 26. Juni 2014
Meriam - schlechte Neuigkeiten
Wie hatten wir uns Montag (23. Juni) alle gefreut: Meriam war frei!
Aus dem Gefängnis abgeholt von ihrem Ehemann und ihrem Anwalt, und, wie es hieß, zu einem "sicheren Haus" gebracht. Wir alle hofften, es wäre nun ausgestanden und die Familie würde baldmöglichst den Sudan Richtung USA verlassen können.
Und dann, weniger als 24 Stunden später, das:
Meriam wird am Flughafen von 40 "Sicherheitsbeamten" verhaftet, mitsamt Ehemann und Kindern.
Die Informationen waren manchmal spärlich, dann wieder sich überschlagend und einander widersprechend. Mittlerweile entnehme ich verschiedenen britischen Medien ( BBC, Daily Mail, um nur zwei von ihnen zu nennen), folgende Fakten:
Die Familie war in einem Wagen der US-Botschaft zum Flughafen gefahren, in Begleitung des US-Vizekonsuls.
Nun wirft man ihr vor, sie habe mit gefälschten Reiseunterlagen das Land verlassen wollen: Einem "Emergency Travel Document" ausgestellt vom Südsudan, versehen mit einem Visum der USA.
Das ist so klar an den Haaren herbeigezogen - darüber muss man nicht streiten.
Anm.:
Ihr Ehemann besitzt neben der US-Staatsbürgerschaft auch die Staatsbürgerschaft des Südsudan, die damit eigentlich mit der Heirat auch seine Frau erhalten hat. Aber praktischerweise beruft sich das sudanesische (Un)Rechtssystem auf die Tatsache, dass ihre Heirat nicht anerkannt werden kann, da ihr als Muslimin (ein Stempel, den man ihr vor Gericht immer wieder aufdrücken wollte, und den sie immer wieder - auch unter Androhung der Todesstrafe - abgelehnt hat) eine solche Heirat nicht erlaubt ist .
Aber: Auf die Fälschung solcher Unterlagen steht im Sudan eine bis zu 7jährige Gefängnisstrafe.
Nun kann man trefflich spekulieren:
War die gesamte Freilassung ein einziger Coup, um die Eheleute (der Mann wird ja ebenfalls festgehalten) anschließend unter eine Anklage zu stellen, die nichts mehr mit der Christin Meriam zu tun hat (denn dies hatte ja den öffentlichen Aufschrei erst hervorgerufen), und um diese gleich noch der Öffentlichkeit als gewöhnliche Kriminelle vorführen zu können? Im eigenen Land dürfte das wohl sogar funktionieren?
Oder gibt es rivalisierende... ups... beinahe hätte ich gesagt "Banden im Sudan", aber ich meine natürlich die politischen Fraktionen, deren eine durch die Aufhebung des Todesurteils das Thema "Meriam" endlich abschließen wollte, während eine andere ihr politisches Kalkül eher darauf verlegt, vor ihrem Volk (= den Wählern) als strenge Verfechter des "islamischen Rechts" aufzutreten.
Leider ist jedoch der - augenblickliche - Ausgang in beiden Fällen gleich:
Eine Gefängniszelle.
Ein wahrer "Schlag ins Gesicht" (wie es jemand treffend formulierte), ist ein Statement, das auf der Homepage der sudanesischen Botschaft in Deutschland zu finden ist:
Statement
Lest es mal (es ist auf Deutsch geschrieben). Da sind die Märchen aus 1001 Nacht ein Dreck gegen! Mein absoluter Favorit ist dieser Satz:
Wobei man natürlich argumentieren kann:
Ja, die VORAUSSETZUNGEN für ein faires Verfahren waren vielleicht gegeben - es hat nur keines stattgefunden.
Man kann der Botschaft übrigens eine Mail schicken:
poststelle@botschaft-sudan.de
Damit hier erst mal nur die trockenen Fakten. Einige Links zum Nachlesen:
Daily Mail
BBC
The Guardian
Facebookseite zum Thema
Aus dem Gefängnis abgeholt von ihrem Ehemann und ihrem Anwalt, und, wie es hieß, zu einem "sicheren Haus" gebracht. Wir alle hofften, es wäre nun ausgestanden und die Familie würde baldmöglichst den Sudan Richtung USA verlassen können.
Und dann, weniger als 24 Stunden später, das:
Meriam wird am Flughafen von 40 "Sicherheitsbeamten" verhaftet, mitsamt Ehemann und Kindern.
Die Informationen waren manchmal spärlich, dann wieder sich überschlagend und einander widersprechend. Mittlerweile entnehme ich verschiedenen britischen Medien ( BBC, Daily Mail, um nur zwei von ihnen zu nennen), folgende Fakten:
Die Familie war in einem Wagen der US-Botschaft zum Flughafen gefahren, in Begleitung des US-Vizekonsuls.
Nun wirft man ihr vor, sie habe mit gefälschten Reiseunterlagen das Land verlassen wollen: Einem "Emergency Travel Document" ausgestellt vom Südsudan, versehen mit einem Visum der USA.
Das ist so klar an den Haaren herbeigezogen - darüber muss man nicht streiten.
Anm.:
Ihr Ehemann besitzt neben der US-Staatsbürgerschaft auch die Staatsbürgerschaft des Südsudan, die damit eigentlich mit der Heirat auch seine Frau erhalten hat. Aber praktischerweise beruft sich das sudanesische (Un)Rechtssystem auf die Tatsache, dass ihre Heirat nicht anerkannt werden kann, da ihr als Muslimin (ein Stempel, den man ihr vor Gericht immer wieder aufdrücken wollte, und den sie immer wieder - auch unter Androhung der Todesstrafe - abgelehnt hat) eine solche Heirat nicht erlaubt ist .
Aber: Auf die Fälschung solcher Unterlagen steht im Sudan eine bis zu 7jährige Gefängnisstrafe.
Nun kann man trefflich spekulieren:
War die gesamte Freilassung ein einziger Coup, um die Eheleute (der Mann wird ja ebenfalls festgehalten) anschließend unter eine Anklage zu stellen, die nichts mehr mit der Christin Meriam zu tun hat (denn dies hatte ja den öffentlichen Aufschrei erst hervorgerufen), und um diese gleich noch der Öffentlichkeit als gewöhnliche Kriminelle vorführen zu können? Im eigenen Land dürfte das wohl sogar funktionieren?
Oder gibt es rivalisierende... ups... beinahe hätte ich gesagt "Banden im Sudan", aber ich meine natürlich die politischen Fraktionen, deren eine durch die Aufhebung des Todesurteils das Thema "Meriam" endlich abschließen wollte, während eine andere ihr politisches Kalkül eher darauf verlegt, vor ihrem Volk (= den Wählern) als strenge Verfechter des "islamischen Rechts" aufzutreten.
Leider ist jedoch der - augenblickliche - Ausgang in beiden Fällen gleich:
Eine Gefängniszelle.
Ein wahrer "Schlag ins Gesicht" (wie es jemand treffend formulierte), ist ein Statement, das auf der Homepage der sudanesischen Botschaft in Deutschland zu finden ist:
Statement
Lest es mal (es ist auf Deutsch geschrieben). Da sind die Märchen aus 1001 Nacht ein Dreck gegen! Mein absoluter Favorit ist dieser Satz:
Die o.g. Person (= Meriam, Anm. von mir) wurde vor ein unabhängiges, unparteiisches, öffentliches Gericht gebracht; alle Voraussetzungen für ein faires Verfahren sind gegeben.
Wobei man natürlich argumentieren kann:
Ja, die VORAUSSETZUNGEN für ein faires Verfahren waren vielleicht gegeben - es hat nur keines stattgefunden.
Man kann der Botschaft übrigens eine Mail schicken:
poststelle@botschaft-sudan.de
Damit hier erst mal nur die trockenen Fakten. Einige Links zum Nachlesen:
Daily Mail
BBC
The Guardian
Facebookseite zum Thema
Montag, 23. Juni 2014
Meriam ist FREI!
Heute Nachmittag überschlugen sich plötzlich die Nachrichten in den Online-Medien:
Eine britische Zeitung meldete, das Gericht im Sudan habe die sofortige Freilassung Meriams angeordnet, sowie auch die Aufhebung des Urteils.
Konnte man das glauben? Hatte es nicht vor wenigen Wochen eine ähnliche Ente gegeben?
Dann hieß es, Ehemann und Anwalt seien auf dem Weg zum Gefängnis.
Und nun von allen Seiten die Bestätigung:
Ja, Meriam ist frei.
Hier ein paar Quellen zum Nachlesen:
http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Politik/d/4954046/zum-tode-verurteilte-christin-ist-frei.html
http://www.rp-online.de/politik/ausland/zum-tode-verurteilte-christin-im-sudan-kommt-frei-aid-1.4333507
http://www.amnesty.org/en/news/sudan-releases-woman-condemned-death-after-international-pressure-2014-06-23
Außer Gefahr ist die Familie noch nicht: Es hat offensichtlich bereits Morddrohungen gegeben. Jetzt sind endgültig die USA gefragt: Der Ehemann besitzt die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Nun gilt es, für seine Familie ein beschleunigtes Asylverfahren durchzudrücken, um Frau und Kinder schnellstmöglich eine sichere Ausreise zu ermöglichen!
Und wie eine Freundin heute anderswo schrieb:
"Es sind immer nur einige, die von Diktaturen freigelassen werden, um der Weltöffentlichkeit zu zeigen, daß doch in Wahrheit alles mit rechten Dingen zugeht - und viele, bei denen es keiner merkt, daß sie zu Tode gebracht werden. Trotzdem freu ich mich über jeden, der aus unrechter Gefangenschaft befreit wird."
Aber lasst uns über die - berechtigte - Freude nicht die vielen anderen vergessen, die weltweit immer noch unschuldig in Gefängnissen sitzen.
Eine britische Zeitung meldete, das Gericht im Sudan habe die sofortige Freilassung Meriams angeordnet, sowie auch die Aufhebung des Urteils.
Konnte man das glauben? Hatte es nicht vor wenigen Wochen eine ähnliche Ente gegeben?
Dann hieß es, Ehemann und Anwalt seien auf dem Weg zum Gefängnis.
Und nun von allen Seiten die Bestätigung:
Ja, Meriam ist frei.
Hier ein paar Quellen zum Nachlesen:
http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Politik/d/4954046/zum-tode-verurteilte-christin-ist-frei.html
http://www.rp-online.de/politik/ausland/zum-tode-verurteilte-christin-im-sudan-kommt-frei-aid-1.4333507
http://www.amnesty.org/en/news/sudan-releases-woman-condemned-death-after-international-pressure-2014-06-23
Außer Gefahr ist die Familie noch nicht: Es hat offensichtlich bereits Morddrohungen gegeben. Jetzt sind endgültig die USA gefragt: Der Ehemann besitzt die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Nun gilt es, für seine Familie ein beschleunigtes Asylverfahren durchzudrücken, um Frau und Kinder schnellstmöglich eine sichere Ausreise zu ermöglichen!
Und wie eine Freundin heute anderswo schrieb:
"Es sind immer nur einige, die von Diktaturen freigelassen werden, um der Weltöffentlichkeit zu zeigen, daß doch in Wahrheit alles mit rechten Dingen zugeht - und viele, bei denen es keiner merkt, daß sie zu Tode gebracht werden. Trotzdem freu ich mich über jeden, der aus unrechter Gefangenschaft befreit wird."
Aber lasst uns über die - berechtigte - Freude nicht die vielen anderen vergessen, die weltweit immer noch unschuldig in Gefängnissen sitzen.
Meriams "Schwester"
darf nicht vergessen werden:
In Pakistan sitzt die 5fache Mutter und Christin Asia Bibi seit 5 (fünf!!!) Jahren in einer Todeszelle, weil sie nach dem dortigen Gummiparagraphen des "Blasphemiegesetzes" verurteilt wurde. Dieser Paragraph wird seit seiner Einführung immer wieder gerne herangezogen, wenn es Streitigkeiten zwischen Christen und Muslimen gibt - meist bis immer mit dem Ende einer Verurteilung der christlichen Angeklagten.
Der neueste Artikel dazu hier in der Bistumspresse.
In der Schweiz schrieb man zum Blasphemiegesetz:
Dieser Artikel ist in den vergangenen Jahren zu einem beliebten Instrument geworden, um unliebsame Personen aus dem Weg zu räumen. Die Anklagen sind oft willkürlich und haltlos. Manchmal geht es bloss um Nachbarschaftsstreitigkeiten. Der Auslöser an sich kann eine Kleinigkeit sein: Asia Bibi hatte während der Feldarbeit aus einem Becher getrunken und wollte ihn ihren muslimischen Kolleginnen weiterreichen. Eine von ihnen hielt ihn jetzt jedoch für unrein; da eine Christin daraus getrunken habe, dürften sie das nicht mehr tun. In dem Wortwechsel stellte Asia Bibi die verhängnisvolle Frage, die zu ihrer Verurteilung führte: «Was hat denn euer Prophet Mohammed getan, um die Menschen zu retten?»
Wer sich gegen die Blasphemie-Gesetze äussert oder sich öffentlich auf die Seite von Asia Bibi und anderen Opfern dieses Gesetzes stellt, steht nicht nur auf verlorenem Posten – er macht sich selbst zur Zielscheibe. Davon sind auch hochrangige Politiker nicht ausgenommen: Salman Taseer, muslimischer Gouverneur der bevölkerungsreichsten Provinz Punjab, wurde am 4. Januar 2011 von seinem Leibwächter Malik Qadri erschossen.
Zwei Monate später wurde Shahbaz Bhatti, Minister für Minderheiten und selbst Christ, ermordet. Er hatte Asia Bibi gleich nach der Verkündigung des Todesurteils besucht, ihr Unterstützung zugesagt und ihrer Familie geholfen.
Auf Facebook gibt es hier eine Seite.
In Pakistan sitzt die 5fache Mutter und Christin Asia Bibi seit 5 (fünf!!!) Jahren in einer Todeszelle, weil sie nach dem dortigen Gummiparagraphen des "Blasphemiegesetzes" verurteilt wurde. Dieser Paragraph wird seit seiner Einführung immer wieder gerne herangezogen, wenn es Streitigkeiten zwischen Christen und Muslimen gibt - meist bis immer mit dem Ende einer Verurteilung der christlichen Angeklagten.
Der neueste Artikel dazu hier in der Bistumspresse.
In der Schweiz schrieb man zum Blasphemiegesetz:
Dieser Artikel ist in den vergangenen Jahren zu einem beliebten Instrument geworden, um unliebsame Personen aus dem Weg zu räumen. Die Anklagen sind oft willkürlich und haltlos. Manchmal geht es bloss um Nachbarschaftsstreitigkeiten. Der Auslöser an sich kann eine Kleinigkeit sein: Asia Bibi hatte während der Feldarbeit aus einem Becher getrunken und wollte ihn ihren muslimischen Kolleginnen weiterreichen. Eine von ihnen hielt ihn jetzt jedoch für unrein; da eine Christin daraus getrunken habe, dürften sie das nicht mehr tun. In dem Wortwechsel stellte Asia Bibi die verhängnisvolle Frage, die zu ihrer Verurteilung führte: «Was hat denn euer Prophet Mohammed getan, um die Menschen zu retten?»
Wer sich gegen die Blasphemie-Gesetze äussert oder sich öffentlich auf die Seite von Asia Bibi und anderen Opfern dieses Gesetzes stellt, steht nicht nur auf verlorenem Posten – er macht sich selbst zur Zielscheibe. Davon sind auch hochrangige Politiker nicht ausgenommen: Salman Taseer, muslimischer Gouverneur der bevölkerungsreichsten Provinz Punjab, wurde am 4. Januar 2011 von seinem Leibwächter Malik Qadri erschossen.
Zwei Monate später wurde Shahbaz Bhatti, Minister für Minderheiten und selbst Christ, ermordet. Er hatte Asia Bibi gleich nach der Verkündigung des Todesurteils besucht, ihr Unterstützung zugesagt und ihrer Familie geholfen.
Auf Facebook gibt es hier eine Seite.
Meriam. Dranbleiben. Mitmachen!
Zuerst einmal eine Aufforderung:
Hier findet sich ein Artikel zur Sache von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte. Darin wird u.a. auch darauf hingewiesen, dass man (= wir) unter folgender Adresse Briefe oder Karten direkt an Meriam schicken kann:
Meriam Yahia Ibrahim
Omdurman Prison for Women
P.O. Box 65
Omdurman
Sudan
Gut, nun werden einige (alle?) unter euch aufstöhnen und sagen "die kommen doch nie bei ihr an!" oder "was nützt denn das?". Und zumindest mit der ersten Behauptung habt ihr sogar recht: Die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Karten/Briefe an Meriam ausgehändigt werden, stehen (positiv gedacht) 50:50. Also scheint die Frage zurecht gestellt: "was nützt denn das?".
Falsch. Weil: zu kurz gedacht.
Denkt einmal kurz darüber nach - welche Möglichkeiten gibt es?
1. Die Karten erreichen das Gefängnis und werden von dort nie an Meriam ausgehändigt. Sie erfährt nicht einmal davon.
2. Die Karten erreichen das Gefängnis und werden von dort nie an Meriam ausgehändigt. Meriam erfährt aber wenigstens auf Umwegen davon.
3. Meriam erhält unsere Karten.
Das ist eine "Win-Win"-Situation:
In JEDEM der drei Fälle erfahren zumidest die Gefängnisleitung, das Gefängnispersonal, und vielleicht sogar das Unrechtsregime im Sudan, wie viel internationale Aufmerksamkeit ihrer Gefangenen zuteil wird! Denn bitte denkt daran: Der Sudan ist nicht Deutschland - wir können nicht davon ausgehen, dass ein Gefängnisleiter oder -wärter dort über das internationale Internet von den weltweiten Kampagnen zur Rettung Meriams erfährt. Und die lokale Berichterstattung ist... nun... sagen wir mal.... recht einseitig...
Und FALLS Meriam noch zusätzlich von unseren Karten erfahren (oder sie vielleicht sogar erhalten) sollte, so wird ihr dies zeigen, dass man weiter an sie denkt, und sie nicht langsam in Vergessenheit gerät.
Also, kommt schon Leute - eine kleine Karte im Umschlag, ein simples "Thinking of you", eine Briefmarke drauf - mehr braucht es nicht! Und anschließend beim Latte Macchiato in der Sonne sitzend darüber nachgedacht, WIE gut es uns geht!
Wer sich auf dem Laufenden halten möchte, kann auf Facebook die Seite Save Meriam Yehya Ibrahim Ishag
"liken" und wird von dort anschließend ständig über neue Info unterrichtet. Dort wurde gerade erst eine Wiederholung relevanter Adressen und Internetseiten aufgelistet, die ich hier übernehmen möchte:
UPDATED AND WORKING Email Addresses
The Ministry of Justice in Sudan is moj@moj.gov.sd
The Sudan Embassy in London is info@sudan-embassy.co.uk
Addresses for the Sudanese Embassies and Consulates
http://www.embassypages.com/ sudan
http://www.sudanembassy.org/ index.php
Petitions/campaigns
http:// www.thepetitionsite.com/ takeaction/278/113/666/
http:// www.italianblogsfordarfur.it/ petizione/
http://amnistia.org.mx/nuevo/ 2014/05/16/ mas-de-25000-personas-en-mexico -exigen-se-impida-la-ejecucion -de-mujer-sudanesa/
https://www.amnesty.org.uk/ actions/ sudan-execution-apostasy-pregna nt-woman-mother-meriam-yahya-i brahim-christian?thankyou=1
https://secure.avaaz.org/en/ petition/ President_of_Sudan_Omar_AlBashi r_Save_Mariam_Yahya/ ?dJwWzhb&pv=0&fb_source=timelin e&ref=profile#_=_
Hier findet sich ein Artikel zur Sache von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte. Darin wird u.a. auch darauf hingewiesen, dass man (= wir) unter folgender Adresse Briefe oder Karten direkt an Meriam schicken kann:
Meriam Yahia Ibrahim
Omdurman Prison for Women
P.O. Box 65
Omdurman
Sudan
Gut, nun werden einige (alle?) unter euch aufstöhnen und sagen "die kommen doch nie bei ihr an!" oder "was nützt denn das?". Und zumindest mit der ersten Behauptung habt ihr sogar recht: Die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Karten/Briefe an Meriam ausgehändigt werden, stehen (positiv gedacht) 50:50. Also scheint die Frage zurecht gestellt: "was nützt denn das?".
Falsch. Weil: zu kurz gedacht.
Denkt einmal kurz darüber nach - welche Möglichkeiten gibt es?
1. Die Karten erreichen das Gefängnis und werden von dort nie an Meriam ausgehändigt. Sie erfährt nicht einmal davon.
2. Die Karten erreichen das Gefängnis und werden von dort nie an Meriam ausgehändigt. Meriam erfährt aber wenigstens auf Umwegen davon.
3. Meriam erhält unsere Karten.
Das ist eine "Win-Win"-Situation:
In JEDEM der drei Fälle erfahren zumidest die Gefängnisleitung, das Gefängnispersonal, und vielleicht sogar das Unrechtsregime im Sudan, wie viel internationale Aufmerksamkeit ihrer Gefangenen zuteil wird! Denn bitte denkt daran: Der Sudan ist nicht Deutschland - wir können nicht davon ausgehen, dass ein Gefängnisleiter oder -wärter dort über das internationale Internet von den weltweiten Kampagnen zur Rettung Meriams erfährt. Und die lokale Berichterstattung ist... nun... sagen wir mal.... recht einseitig...
Und FALLS Meriam noch zusätzlich von unseren Karten erfahren (oder sie vielleicht sogar erhalten) sollte, so wird ihr dies zeigen, dass man weiter an sie denkt, und sie nicht langsam in Vergessenheit gerät.
Also, kommt schon Leute - eine kleine Karte im Umschlag, ein simples "Thinking of you", eine Briefmarke drauf - mehr braucht es nicht! Und anschließend beim Latte Macchiato in der Sonne sitzend darüber nachgedacht, WIE gut es uns geht!
Wer sich auf dem Laufenden halten möchte, kann auf Facebook die Seite Save Meriam Yehya Ibrahim Ishag
"liken" und wird von dort anschließend ständig über neue Info unterrichtet. Dort wurde gerade erst eine Wiederholung relevanter Adressen und Internetseiten aufgelistet, die ich hier übernehmen möchte:
UPDATED AND WORKING Email Addresses
The Ministry of Justice in Sudan is moj@moj.gov.sd
The Sudan Embassy in London is info@sudan-embassy.co.uk
Addresses for the Sudanese Embassies and Consulates
http://www.embassypages.com/
http://www.sudanembassy.org/
Petitions/campaigns
http://
http://
http://amnistia.org.mx/nuevo/
https://www.amnesty.org.uk/
https://secure.avaaz.org/en/
Freitag, 20. Juni 2014
Meine Schwester
Dass wir uns nicht falsch verstehen:
Das soll keine tränenschwere Erinnerungs-Wall sein. Ich habe heute einige Fotos sortiert (was man so tut, wenn man eigentlich anderes tun müsste) und dabei tatsächlich auch einige Bilder meiner Schwester gefunden.
Sie hasste es, fotografiert zu werden. Hat uns nie geglaubt, wenn wir ihr versicherten, wie gut sie auf Fotos ausschaute.
Wahrscheinlich mag sie mir auch gerade "von oben" einen Notenschlüssel über die Rübe ziehen, weil ich diese Bilder online stelle. Ich riskier' das.
Ich hoffe, niemand unserer Freunde, die hier ebenfalls auf einigen Bildern auftauchen, ist mir böse darum. Wenn doch - bitte bei mir melden; ich werde das betreffende Bild dann natürlich entfernen.
Für die meisten von euch werden die Bilder schöne Erinnerungen wachrufen (oder bei den älteren Aufnahmen "Aha-Erlebnisse"), und der Rest, der reinschaut, lernt meine Schwester halt auf diese Weise noch ein wenig kennen.
Viel Spaß dabei.
Das soll keine tränenschwere Erinnerungs-Wall sein. Ich habe heute einige Fotos sortiert (was man so tut, wenn man eigentlich anderes tun müsste) und dabei tatsächlich auch einige Bilder meiner Schwester gefunden.
Sie hasste es, fotografiert zu werden. Hat uns nie geglaubt, wenn wir ihr versicherten, wie gut sie auf Fotos ausschaute.
Wahrscheinlich mag sie mir auch gerade "von oben" einen Notenschlüssel über die Rübe ziehen, weil ich diese Bilder online stelle. Ich riskier' das.
Ich hoffe, niemand unserer Freunde, die hier ebenfalls auf einigen Bildern auftauchen, ist mir böse darum. Wenn doch - bitte bei mir melden; ich werde das betreffende Bild dann natürlich entfernen.
Für die meisten von euch werden die Bilder schöne Erinnerungen wachrufen (oder bei den älteren Aufnahmen "Aha-Erlebnisse"), und der Rest, der reinschaut, lernt meine Schwester halt auf diese Weise noch ein wenig kennen.
Viel Spaß dabei.
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| Mit "Mama" |
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| Mit "Omma" |
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| Rechtsaußen |
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| Mit der kleinen Sista |
| Mit Freundin und Sista vor dem Abflug nach Spanien (Mitte) |
| Weihnachturlaub in Spanien |
| Mit Schwiegermutter |
| Umzug |
![]() | |
| Mit der Sista am Heidweiher |
| Was war noch gleich ihre Lieblingsfarbe? |
Dienstag, 17. Juni 2014
Heiligtumsfahrt in Mönchengladbach
Ein bisschen zur Geschichte findet ihr hier, das Programmheft (für noch Kurz- und Spontanentschlossene) kann man hier herunterladen, und die Startseite zur Heiligtumsfahrt findet ihr hier.
Ein paar eigene Bilder stelle ich an den Schluss dieses Beitrags. (Durch Anklicken könnt ihr euch die einzelnen Bilder übrigens vergrößern.)
Ich muss gestehen: Ich tue mich etwas schwer mit dieser Veranstaltung. Es wurde im Vorfeld viel darüber geschrieben, und der Grundtenor von allem ist dieser: Es ist nicht wichtig, ob es nun ein Teil des echten Abendmahltuches ist, oder ob die anderen gleichzeitig gezeigten Reliquien echt sind. Wichtig ist nur, dass wir zusammen kommen und ein Fest des Glaubens feiern.
Und das mag ich nun nicht einfach so hinnehmen. Was für ein Fest des Glaubens soll mir das sein, wenn dort ein bisschen Stoff und ein paar alte Knochen reich verziert ausgestellt werden, von denen mir nicht nur unsere Presseleute, sondern auch unsere lokalen Kirchenvertreter klar sagen: "Ist nicht so wichtig, ob diese Dinge nun wirklich echt sind - Hauptsache ist doch, dass wir hier zusammenkommen und ein schönes Fest des Glaubens feiern?
Ja, wie denn nun? Ein Fest des Glaubens - woran denn? Ist es das, was wir den Pilgern aus ganz Deutschland und den Nachbarländern sagen wollen, die diese Woche bei uns sind? "Schön, dass ihr kommt. Gibt zwar eigentlich wahrscheinlich überhaupt nichts Verehrungswürdiges zu sehen bei uns, aber genau DAS wollen wir jetzt mal so richtig mit euch feiern."
Ja, ja, ich weiß, ich meckere mal wieder. Ich hätte mir halt einfach von Seinem hier bei uns zuständigen Bodenpersonal ein bisschen weniger Larifari, und ein bisschen mehr klares Bekenntnis zur Sache gewünscht. So bleibt für mich das schale Gefühl in dem Gedanken "die glauben ja nicht mal selber an das, was sie hier zu feiern vorgeben" - und das tut weh.
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