So, nun haben es - wie immer mit Verzögerung - also auch die deutschen Medien mitbekommen, was da gerade im Iran und bei Facebook so los ist. Im Artikel der Welt steht es heute
hier
nun auch: Frauen ohne Kopftuch sind gefährlich. Aber leider, wenn sie im Iran leben, auch gefährdet.
Trotzdem gibt es eine Facebookseite mit dem Namen
My Stealthy Freedom
die von einer in London lebenden Iranerin gegründet wurde, und auf der inzwischen hunderte iranischer Frauen ihre Momente der "heimlichen Freiheit" posteten - Momente also, in denen sie in der Öffentlichkeit den Hidschab für einen Moment ablegten, und sei es nur, wie einige dazu schrieben, um das Gefühl des Windes im eigenen Haar zu erleben.
Von Seiten iranischer Mullahs hieß es dazu - u.a. - Frauen ohne Hidschab würden ihre Vergewaltigung provozieren.
Erinnert uns das nicht an etwas? An das "selbst Schuld", das auch hier bis vor gar nicht sooo langer Zeit eine Frau zu hören bekam, die vergewaltigt wurde? "Um diese Zeit alleine unterwegs....?" "Bei dem tiefen Ausschnitt...!" "Klar, Minirock...!"
Eigentlich bedauernswerte Exemplare der Gattung "Mann" dort im Iran. So wenig Selbstbeherrschung, dass der bloße Anblick von Frauenhaar ausreicht, zum Vergewaltiger zu werden?
"Liked" mir mal die FB-Seite - diese Frauen können Unterstützung brauchen. Denn sich im Iran ohne Hidschab zu zeigen, braucht großen Mut - da ist die Straße kein sachtes "Auf die Finger klopfen".
Sonntag, 1. Juni 2014
Noch einmal Meriam, der Sudan - und nebenbei eine Frage an unsere Öffentlich-Rechtlichen.
Laut einiger Artikel, u.a. in
Die Welt
soll die sudanesische Christin, die im Gefängnis ihr zweites Kind zur Welt brachte, freikommen.
Aber: Andere Medien mahnen zur Vorsicht: Dies könnte ein Versuch der sudanesischen Regierung sein, das große öffentliche Interesse an Meriam zum Einschlafen zu bringen.
Deshalb: Bitte nicht aufhören, sich an den vielen Petitionen, Unterschriftsaktionen, Protestnoten zu beteiligen.
Und eine Frage hätte ich dann mal zu unseren öffentlich-rechtlichen TV-Medien: Fällt es nur mir auf, dass der Fall der Meriam Ibrahim Ishtaq dort bis heute mit keinem einzigen Wort erwähnt wurde?
Die Welt
soll die sudanesische Christin, die im Gefängnis ihr zweites Kind zur Welt brachte, freikommen.
Aber: Andere Medien mahnen zur Vorsicht: Dies könnte ein Versuch der sudanesischen Regierung sein, das große öffentliche Interesse an Meriam zum Einschlafen zu bringen.
Deshalb: Bitte nicht aufhören, sich an den vielen Petitionen, Unterschriftsaktionen, Protestnoten zu beteiligen.
Und eine Frage hätte ich dann mal zu unseren öffentlich-rechtlichen TV-Medien: Fällt es nur mir auf, dass der Fall der Meriam Ibrahim Ishtaq dort bis heute mit keinem einzigen Wort erwähnt wurde?
Freitag, 30. Mai 2014
Männerdebatte zum Vatertag - ich hab' da was nicht verstanden
In der Rheinischen Post gab es zum Vatertag so einige Artikel zum heutigen Männerbild, inklusive einer Pro und Contra Gegenüberstellung:
"Männer sind Gewinner"
und
"Männer sind Verlierer"
Nein, ich will diese Debatte hier nicht weiterführen. Was ich nicht verstehe, und ich meine das keineswegs polemisch, sondern ganz ernsthaft, das ist der Gedankensprung, der vom "Männer sind Gewinner" - Autor hingelegt wird, dessen Kolumne sich nach weniger als der Hälfte des Textes völlig auf das Thema Homosexualität verlagert. Man mag das anreißen, ja. Im Sinne von: Auch das gehört zum heutigen Männerbild, bzw. darf heute dazugehören. Aber wenn ein solcher Text plötzlich nur noch über "Schwulen"rechte referiert, frage ich mich, ob hier nicht jemandem hätte auffallen müssen, dass es am Thema vorbeigeht?
Da lobe ich mir den Artikel von Christine Haderthauer:
"Enteiert mir die Jungs nicht"
der einige interessante und für mich neue Aspekte hatte. Ein Auszug:
Eines darf uns aber im Überschwang des frauenpolitischen Mainstreams nicht passieren: Dass wir alles, was "typisch weiblich" ist, heroisieren, und das, was Männer ausmacht, verteufeln. Besonders in unseren Schulen gewinnen die Mädchen ja immer deutlicher: Wer lange stillsitzen kann, wer Aufgaben einfach macht, anstatt sie zu hinterfragen, wer die Gruppenharmonie ungern stört, anstatt den Wettbewerb um Positionen zu suchen, der hat in Schule und Ausbildung die Nase vorne. Dennoch wäre es falsch, die Jungs deshalb in die Problemecke zu stellen. Das, was Jungs gut können, die Lust am Wettbewerb um Status und Anführerschaft, das Kräftemessen und der eher marginal ausgeprägte Perfektionismus, verbunden mit der Gabe, sich von Kritik nicht sonderlich beeindrucken zu lassen, das sind hochwichtige Eigenschaften im Echtleben. Spätestens in den Etagen von Macht und Geld kommt das böse Erwachen, wenn die fleißigen Mädchen merken, dass derjenige, der in der Schule immer von ihnen abgeschrieben hat, plötzlich ihr Chef ist. Dann erkennen sie, dass gute Noten und Fleiß vielleicht den Einstieg erleichtern, aber für den Aufstieg andere Faktoren entscheidend sind. [...] Wenn frau sich nicht rechtzeitig bei den Männern die Lust an Statusverhalten und Eigenmarketing abschaut und die Fähigkeit, die Schläge, die man in der ersten Reihe bekommt, sportlich einzustecken, wird ihr auch die Quote nicht helfen.
"Männer sind Gewinner"
und
"Männer sind Verlierer"
Nein, ich will diese Debatte hier nicht weiterführen. Was ich nicht verstehe, und ich meine das keineswegs polemisch, sondern ganz ernsthaft, das ist der Gedankensprung, der vom "Männer sind Gewinner" - Autor hingelegt wird, dessen Kolumne sich nach weniger als der Hälfte des Textes völlig auf das Thema Homosexualität verlagert. Man mag das anreißen, ja. Im Sinne von: Auch das gehört zum heutigen Männerbild, bzw. darf heute dazugehören. Aber wenn ein solcher Text plötzlich nur noch über "Schwulen"rechte referiert, frage ich mich, ob hier nicht jemandem hätte auffallen müssen, dass es am Thema vorbeigeht?
Da lobe ich mir den Artikel von Christine Haderthauer:
"Enteiert mir die Jungs nicht"
der einige interessante und für mich neue Aspekte hatte. Ein Auszug:
Eines darf uns aber im Überschwang des frauenpolitischen Mainstreams nicht passieren: Dass wir alles, was "typisch weiblich" ist, heroisieren, und das, was Männer ausmacht, verteufeln. Besonders in unseren Schulen gewinnen die Mädchen ja immer deutlicher: Wer lange stillsitzen kann, wer Aufgaben einfach macht, anstatt sie zu hinterfragen, wer die Gruppenharmonie ungern stört, anstatt den Wettbewerb um Positionen zu suchen, der hat in Schule und Ausbildung die Nase vorne. Dennoch wäre es falsch, die Jungs deshalb in die Problemecke zu stellen. Das, was Jungs gut können, die Lust am Wettbewerb um Status und Anführerschaft, das Kräftemessen und der eher marginal ausgeprägte Perfektionismus, verbunden mit der Gabe, sich von Kritik nicht sonderlich beeindrucken zu lassen, das sind hochwichtige Eigenschaften im Echtleben. Spätestens in den Etagen von Macht und Geld kommt das böse Erwachen, wenn die fleißigen Mädchen merken, dass derjenige, der in der Schule immer von ihnen abgeschrieben hat, plötzlich ihr Chef ist. Dann erkennen sie, dass gute Noten und Fleiß vielleicht den Einstieg erleichtern, aber für den Aufstieg andere Faktoren entscheidend sind. [...] Wenn frau sich nicht rechtzeitig bei den Männern die Lust an Statusverhalten und Eigenmarketing abschaut und die Fähigkeit, die Schläge, die man in der ersten Reihe bekommt, sportlich einzustecken, wird ihr auch die Quote nicht helfen.
Ich hatte die Wahl. Schon wieder.
Weil nämlich in unserer Stadt eine Stichwahl zum Oberbürgermeisteramt stattfindet. Und da ich nun nicht genau wusste, ob ich es am Wahltag ins Wahllokal schaffen würde, hatte ich beschlossen, zum ersten Mal eine Briefwahl zu machen.
Nun hatte ich den Briefwahlantrag heute in der Tasche, als ich in der Stadt war, und dachte mir: gibst du den gleich im Rathaus ab.
Überraschung: Da saßen 10 (!) Leute in einem Raum und nahmen die entsprechenden Anträge entgegen, und ich erfuhr, wenn ich nun selber ich wäre, könne ich auch jetzt sofort wählen.
Ich habe dann kurz überlegt, ob ich heute ich bin und zugestimmt.
Dann wurde mir erklärt:
"Sie müssen nur den Wahlschein unterschreiben und damit bestätigen, dass Sie Sie sind. Den stecken Sie dann in den grauen Umschlag. Dann machen Sie ihr Kreuz auf dem Stimmzettel. Dieser kommt in den roten Umschlag, den Sie zukleben und in den grauen Umschlag stecken, den Sie ebenfalls zukleben. Danach werfen Sie den roten Umschlag in die Urne."
Aha. Doch so einfach.
Aber der Deutsche ist halt sehr genau. Oder sehr britisch? In der Wahlkabine nebenan gab es jedenfalls eine Szene, die sehr an Mr. Bean erinnerte:
Er legt sein Handtäschlein neben sich, das umständlich geöffnet wird.
Ein Kuli wird ausgewählt und penibel senkrecht zur Tischkante ausgerichtet.
Wahlschein und Stimmzettel werden entfaltet und zurechtgelegt.
Erneut wird das Handtäschlein geöffnet. Zum Vorschein kommt ein Pritstift.
Man(n) unterschreibt, kreuzt an, tütet wie vorgeschrieben ein (nicht ohne vorher akkurat gefaltet zu haben).
Und dann werden beide Umschläge sorgfältig per Pritstift verklebt.
Ich bin ein Wahldilettant.
Nun hatte ich den Briefwahlantrag heute in der Tasche, als ich in der Stadt war, und dachte mir: gibst du den gleich im Rathaus ab.
Überraschung: Da saßen 10 (!) Leute in einem Raum und nahmen die entsprechenden Anträge entgegen, und ich erfuhr, wenn ich nun selber ich wäre, könne ich auch jetzt sofort wählen.
Ich habe dann kurz überlegt, ob ich heute ich bin und zugestimmt.
Dann wurde mir erklärt:
"Sie müssen nur den Wahlschein unterschreiben und damit bestätigen, dass Sie Sie sind. Den stecken Sie dann in den grauen Umschlag. Dann machen Sie ihr Kreuz auf dem Stimmzettel. Dieser kommt in den roten Umschlag, den Sie zukleben und in den grauen Umschlag stecken, den Sie ebenfalls zukleben. Danach werfen Sie den roten Umschlag in die Urne."
Aha. Doch so einfach.
Aber der Deutsche ist halt sehr genau. Oder sehr britisch? In der Wahlkabine nebenan gab es jedenfalls eine Szene, die sehr an Mr. Bean erinnerte:
Er legt sein Handtäschlein neben sich, das umständlich geöffnet wird.
Ein Kuli wird ausgewählt und penibel senkrecht zur Tischkante ausgerichtet.
Wahlschein und Stimmzettel werden entfaltet und zurechtgelegt.
Erneut wird das Handtäschlein geöffnet. Zum Vorschein kommt ein Pritstift.
Man(n) unterschreibt, kreuzt an, tütet wie vorgeschrieben ein (nicht ohne vorher akkurat gefaltet zu haben).
Und dann werden beide Umschläge sorgfältig per Pritstift verklebt.
Ich bin ein Wahldilettant.
Mittwoch, 28. Mai 2014
Die "liebe" Verwandschaft... und das "liebe" Geld... und was das alles mit Religion zu tun hat. - 2. Teil
Ja, und dann war da noch diese Geschichte:
Eine Schwangere wird von ihren lieben Verwandten (Vater, Brüder - ach ja, und einige "unbeteiligte" Steinewerfer waren auch dabei, die gerade Lust hatten, mal wieder im Namen der "Religion" aktiv zu werden) zu Tode gesteinigt.
Hier ein Artikel dazu: Artikel Die Welt
Die Frau hatte den Mann geheiratet, den sie liebte.
Nein, keinen Christen, sondern einen Moslem. Aber die Familie war trotzdem nicht einverstanden. Und als man sich nun vor Gericht traf, dachte man sich wohl "ach, bringen wir sie doch einfach mal um" und griff sich einige Ziegelsteine.
Von wegen der Ehre.
Nö, eigentlich nicht. Und auch nicht von wegen der "Religion".
Denn wenn man weiterliest, erfährt man, dass die Familie für die Braut vom Bräutigam Geld verlangt hatte.
Okay, das sagt uns ja schon mal: Der Bräutigam wäre eigentlich schon recht gewesen. Nur Geld hätte er halt bringen müssen.
Hat er aber nicht. Hat stattdessen seine Braut einfach geheiratet.
Nun kann man spekulieren: Vielleicht war der Brautpreis so hoch, dass er ihn nicht bezahlen konnte? Vielleicht liebte er seine Braut so sehr, dass er es nicht über sich brachte, sie wie eine Kuh oder ein Pferd zu kaufen? Vielleicht war ja auch ein anderer Bräutigam in spe aufgetaucht, der ihn überboten hatte?
Jau, und nun ist einem also das schöne Brautgeld einfach durch die Lappen gegangen. Da kann man aber auch mal Lust zu einer kleinen Steinigung bekommen. Und hinterher nennt man das dann Ehrenmord, und "im Namen Allahs" oder "Allah will es". Will Er aber gar nicht. Und mit Religion hat das auch nichts zu tun. Es geht um Geld. Wieder mal.
Der Vater wurde verhaftet. Aber es ist wohl zu befürchten, dass er sich mit der Erklärung "Familienehre" und dem Ruf "Allah will es!" herausreden können wird.
Ganz ehrlich? Man könnte kotzen.
Eine Schwangere wird von ihren lieben Verwandten (Vater, Brüder - ach ja, und einige "unbeteiligte" Steinewerfer waren auch dabei, die gerade Lust hatten, mal wieder im Namen der "Religion" aktiv zu werden) zu Tode gesteinigt.
Hier ein Artikel dazu: Artikel Die Welt
Die Frau hatte den Mann geheiratet, den sie liebte.
Nein, keinen Christen, sondern einen Moslem. Aber die Familie war trotzdem nicht einverstanden. Und als man sich nun vor Gericht traf, dachte man sich wohl "ach, bringen wir sie doch einfach mal um" und griff sich einige Ziegelsteine.
Von wegen der Ehre.
Nö, eigentlich nicht. Und auch nicht von wegen der "Religion".
Denn wenn man weiterliest, erfährt man, dass die Familie für die Braut vom Bräutigam Geld verlangt hatte.
Okay, das sagt uns ja schon mal: Der Bräutigam wäre eigentlich schon recht gewesen. Nur Geld hätte er halt bringen müssen.
Hat er aber nicht. Hat stattdessen seine Braut einfach geheiratet.
Nun kann man spekulieren: Vielleicht war der Brautpreis so hoch, dass er ihn nicht bezahlen konnte? Vielleicht liebte er seine Braut so sehr, dass er es nicht über sich brachte, sie wie eine Kuh oder ein Pferd zu kaufen? Vielleicht war ja auch ein anderer Bräutigam in spe aufgetaucht, der ihn überboten hatte?
Jau, und nun ist einem also das schöne Brautgeld einfach durch die Lappen gegangen. Da kann man aber auch mal Lust zu einer kleinen Steinigung bekommen. Und hinterher nennt man das dann Ehrenmord, und "im Namen Allahs" oder "Allah will es". Will Er aber gar nicht. Und mit Religion hat das auch nichts zu tun. Es geht um Geld. Wieder mal.
Der Vater wurde verhaftet. Aber es ist wohl zu befürchten, dass er sich mit der Erklärung "Familienehre" und dem Ruf "Allah will es!" herausreden können wird.
Ganz ehrlich? Man könnte kotzen.
Die "liebe" Verwandschaft... und das "liebe" Geld... und was das alles mit Religion zu tun hat. - 1. Teil
Erst einmal erneut zu Meriam Ibrahim Ishag:
Die 27jährige hat gerade ihre Tochter zur Welt gebracht. In einem sudanesischen Gefängnis, wo sie auf ihre Hinrichtung wartet, zusammen mit ihrem 20 Monate alten Sohn. Gnädigerweise darf sie ihr Baby noch 2 Jahre stillen, ehe man sie erhängt. Die medizinischen, hygienischen und anderen Umstände, wie das Baby dort zur Welt kam, und unter denen sie und ihr Neugeborenes jetzt weiter "leben" müssen - das mag man sich gar nicht zu genau vorstellen.
Warum ist sie im Gefängnis? Wen hat sie ermordet? Die Antwort: Niemanden.
Denn das ist so: Die Mutter war Christin, und nachdem der Vater sich aus dem Staub gemacht hatte (kommt durchaus auch in Europa vor, sowas), hat die Mutter ihr Kind christlich erzogen. Und die hat dann auch einen Christen geheiratet.
Meriam, übrigens studierte Ärztin, heiratete also auch einen Christen. Ihr Mann, der an den Rollstuhl gefesselt ist, hat die sudanesische ebenso wie die US-Staatsbürgerschaft. Er ging in die USA, wollte seine Frau und Kinder nachholen. Dazu kam es nicht mehr.
Denn der verschwundene Erzeuger Meriams hatte anderswo eine neue Familie gegründet - Meriam hatte Geschwister, die sie aber nie gesehen oder getroffen hatte. Und diese liebe Familie bemerkte eines Tages "Hey, wir haben eine Schwester, die ist reich!" und fragte sich "Wie kommen wir an ihr 'Vermögen'?". Da ließ man sich einfallen, dass man die geliebte Schwester doch seit Jahren gesucht habe, und nun, wo man sie - die Muslima - gefunden hat, stellt sich heraus: Sie hat einen Christen geheiratet! Das geht doch nicht! Das muss man doch anzeigen!
Denn es ist so: Stirbt die Schwester, fällt ihr 'Vermögen' an die liebe Familie. Verlässt die Schwester das Land (was man ihr wünschen möge), fällt ihr 'Vermögen' an die liebe Familie. Wie immer es also ausgeht: Für die liebe Familie ist es eine win-win Situation.
So wird Religion missbraucht. Und ungebildete Menschen, denen eine krankhafte Hass-"Religion" gepredigt wurde, applaudieren. Und willfährige Richter findet man allerorten. Nicht nur im Sudan. Nicht erst heute.
Meriam hätte während des Prozesses "widerrufen" können - also zum muslimischen Glauben "zurückkehren" können. Das hätte ihr das Todesurteil durch Erhängen erspart. Sie hat sich geweigert. Das ist mehr als nur bewundernswert - dazu fehlen einem die Worte.
Die 100 Peitschenhiebe wären ihr trotzdem nicht erspart geblieben, denn eine Muslima, die einen Christen heiratet - das ist in den Augen der Richter kaum weniger verwerflich, als eine (angebliche) Muslima, die Christin wurde. Und ob man 100 Peitschenhiebe überleben kann...?
Können wir von hier aus etwas ändern? Ja, ich glaube... ich hoffe: Ja. Einfach, weil ich der Meinung bin, dass die sudanesische Regierung überrascht worden ist vom weltweiten Echo, das dieser barbarische Urteilsspruch erzeugt hat. Das darf nicht aufhören! Und diese "Geschichte" darf nicht von neuen Nachrichten einfach wieder verdrängt werden.
Es folgen Möglichkeiten, sich an Petitionen und Protesten zu beteiligen (bitte anklicken, wird verlinkt):
Petition an die sudanesische Botschaft
Petition SaveMeriam
Amnesty International
um nur einige zu nennen....
Die 27jährige hat gerade ihre Tochter zur Welt gebracht. In einem sudanesischen Gefängnis, wo sie auf ihre Hinrichtung wartet, zusammen mit ihrem 20 Monate alten Sohn. Gnädigerweise darf sie ihr Baby noch 2 Jahre stillen, ehe man sie erhängt. Die medizinischen, hygienischen und anderen Umstände, wie das Baby dort zur Welt kam, und unter denen sie und ihr Neugeborenes jetzt weiter "leben" müssen - das mag man sich gar nicht zu genau vorstellen.
Warum ist sie im Gefängnis? Wen hat sie ermordet? Die Antwort: Niemanden.
Denn das ist so: Die Mutter war Christin, und nachdem der Vater sich aus dem Staub gemacht hatte (kommt durchaus auch in Europa vor, sowas), hat die Mutter ihr Kind christlich erzogen. Und die hat dann auch einen Christen geheiratet.
Meriam, übrigens studierte Ärztin, heiratete also auch einen Christen. Ihr Mann, der an den Rollstuhl gefesselt ist, hat die sudanesische ebenso wie die US-Staatsbürgerschaft. Er ging in die USA, wollte seine Frau und Kinder nachholen. Dazu kam es nicht mehr.
Denn der verschwundene Erzeuger Meriams hatte anderswo eine neue Familie gegründet - Meriam hatte Geschwister, die sie aber nie gesehen oder getroffen hatte. Und diese liebe Familie bemerkte eines Tages "Hey, wir haben eine Schwester, die ist reich!" und fragte sich "Wie kommen wir an ihr 'Vermögen'?". Da ließ man sich einfallen, dass man die geliebte Schwester doch seit Jahren gesucht habe, und nun, wo man sie - die Muslima - gefunden hat, stellt sich heraus: Sie hat einen Christen geheiratet! Das geht doch nicht! Das muss man doch anzeigen!
Denn es ist so: Stirbt die Schwester, fällt ihr 'Vermögen' an die liebe Familie. Verlässt die Schwester das Land (was man ihr wünschen möge), fällt ihr 'Vermögen' an die liebe Familie. Wie immer es also ausgeht: Für die liebe Familie ist es eine win-win Situation.
So wird Religion missbraucht. Und ungebildete Menschen, denen eine krankhafte Hass-"Religion" gepredigt wurde, applaudieren. Und willfährige Richter findet man allerorten. Nicht nur im Sudan. Nicht erst heute.
Meriam hätte während des Prozesses "widerrufen" können - also zum muslimischen Glauben "zurückkehren" können. Das hätte ihr das Todesurteil durch Erhängen erspart. Sie hat sich geweigert. Das ist mehr als nur bewundernswert - dazu fehlen einem die Worte.
Die 100 Peitschenhiebe wären ihr trotzdem nicht erspart geblieben, denn eine Muslima, die einen Christen heiratet - das ist in den Augen der Richter kaum weniger verwerflich, als eine (angebliche) Muslima, die Christin wurde. Und ob man 100 Peitschenhiebe überleben kann...?
Können wir von hier aus etwas ändern? Ja, ich glaube... ich hoffe: Ja. Einfach, weil ich der Meinung bin, dass die sudanesische Regierung überrascht worden ist vom weltweiten Echo, das dieser barbarische Urteilsspruch erzeugt hat. Das darf nicht aufhören! Und diese "Geschichte" darf nicht von neuen Nachrichten einfach wieder verdrängt werden.
Es folgen Möglichkeiten, sich an Petitionen und Protesten zu beteiligen (bitte anklicken, wird verlinkt):
Petition an die sudanesische Botschaft
Petition SaveMeriam
Amnesty International
um nur einige zu nennen....
Himmelfahrt - war was?
Mir wurde heute mehrmals ein schöner Feiertag gewünscht, und einmal ein "schöner Vatertag" (sic). Ist ja auch ok - "Schöne Himmelfahrt" klänge doch etwas seltsam. Wobei - als Wunsch auch wieder nicht zu verachten.
"Och, nööö, muss das jetzt sein?", denkt man. Muss es nicht. Denkt sich so ja sogar schon meine kleine Kirche hier bei mir im Viertel: Da findet Himmelfahrt morgen jedenfalls nicht statt. Oder genauer: Da findet morgen gar nichts statt. "Himmelfahrt - war was?" Wohl eher nicht.
"Isso", sagen wir hier. Und zucken die Achseln.
Ich stelle mir deshalb lieber mal selber die Frage: Wie ist das denn nun mit dem Fest "Himmelfahrt"? Ist mir das wichtig?
Wir Katholen sind ja merkwürdig mit unseren Feiertagen: Einer geht nicht ohne den anderen. Einer führt hin zum anderen. Ohne Weihnachten kein Ostern. Ohne Ostern keine Himmelfahrt. Ohne Himmelfahrt kein Pfingsten.
Und da denke ich mir gerade: Ohne Pfingsten wären wir hier unten doch arg alleine. Weil: kein Heiliger Geist.
Okaaaay, da mag man nun fragen: Brauche ich den denn? Oder auch: Was ist "das" denn überhaupt - Heiliger Geist?
Unser Gewissen vielleicht?
Oder dieses Bild von früher, von einem, der dich "wie am Schnürchen" durch's Leben führt?
Sozusagen ein himmlisches Gesetzbuch, oder ein süßliches Schutzengelchen?
Da bleibe ich mal ganz Niederrheiner und sage: "Näh!"
Eher so:
Vielleicht nehme ich "ihn" wahr, wenn ich einen dieser seltenen Momente erlebe, in denen ich wie "aus heiterem Himmel" von außen auf mein Leben oder eine bestimmte Handlung blicke und sehe "da läuft aber was falsch" und ein-sehe "das musst du ändern".
Und vielleicht nehme ich "ihn" auch in einer Extremsituatin wahr, wenn ich denke, es geht nicht mehr, oder zu dem Problem gibt's keine Lösung - und dann sind, sozusagen "aus dem Nichts", plötzlich doch die Kraft, die Lösung, die richtigen Worte da.
Der Geist als mein persönlicher Beistand, der mir ab und an notwendig die Augen öffnet und mir, je nach Situation und Verfasstheit, entweder den nötigen Tritt in den, tschuldigung, Hintern oder die Zuversicht schenkende Umarmung oder aber das Portiönchen Weisheit gibt - woran es nun gerade mangelt.
Schöne Vorstellung. Hin auf Pfingsten eben. Ohne "Himmelfahrt" aber eben nicht.
"Och, nööö, muss das jetzt sein?", denkt man. Muss es nicht. Denkt sich so ja sogar schon meine kleine Kirche hier bei mir im Viertel: Da findet Himmelfahrt morgen jedenfalls nicht statt. Oder genauer: Da findet morgen gar nichts statt. "Himmelfahrt - war was?" Wohl eher nicht.
"Isso", sagen wir hier. Und zucken die Achseln.
Ich stelle mir deshalb lieber mal selber die Frage: Wie ist das denn nun mit dem Fest "Himmelfahrt"? Ist mir das wichtig?
Wir Katholen sind ja merkwürdig mit unseren Feiertagen: Einer geht nicht ohne den anderen. Einer führt hin zum anderen. Ohne Weihnachten kein Ostern. Ohne Ostern keine Himmelfahrt. Ohne Himmelfahrt kein Pfingsten.
Und da denke ich mir gerade: Ohne Pfingsten wären wir hier unten doch arg alleine. Weil: kein Heiliger Geist.
Okaaaay, da mag man nun fragen: Brauche ich den denn? Oder auch: Was ist "das" denn überhaupt - Heiliger Geist?
Unser Gewissen vielleicht?
Oder dieses Bild von früher, von einem, der dich "wie am Schnürchen" durch's Leben führt?
Sozusagen ein himmlisches Gesetzbuch, oder ein süßliches Schutzengelchen?
Da bleibe ich mal ganz Niederrheiner und sage: "Näh!"
Eher so:
Vielleicht nehme ich "ihn" wahr, wenn ich einen dieser seltenen Momente erlebe, in denen ich wie "aus heiterem Himmel" von außen auf mein Leben oder eine bestimmte Handlung blicke und sehe "da läuft aber was falsch" und ein-sehe "das musst du ändern".
Und vielleicht nehme ich "ihn" auch in einer Extremsituatin wahr, wenn ich denke, es geht nicht mehr, oder zu dem Problem gibt's keine Lösung - und dann sind, sozusagen "aus dem Nichts", plötzlich doch die Kraft, die Lösung, die richtigen Worte da.
Der Geist als mein persönlicher Beistand, der mir ab und an notwendig die Augen öffnet und mir, je nach Situation und Verfasstheit, entweder den nötigen Tritt in den, tschuldigung, Hintern oder die Zuversicht schenkende Umarmung oder aber das Portiönchen Weisheit gibt - woran es nun gerade mangelt.
Schöne Vorstellung. Hin auf Pfingsten eben. Ohne "Himmelfahrt" aber eben nicht.
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